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Creditreform Regionencheck OWL
Creditreform Regionencheck OWL
Regionencheck zur Darstellung der Risikostruktur einer Region
Gütersloh , 30.06.2010
Der vorliegende Regionencheck dient als Instrument zur Darstellung der Risikostruktur einer Region und zeigt Gefährdungspotenziale nach verschiedenen Strukturmerkmalen auf. So wird die Struktur einer Region aus verschiedenen Perspektiven beleuchtet, um die spezifische Wirtschaftssituation darzustellen und
daraus Rückschlüsse zu ziehen. Auf diese Weise kann herausgearbeitet werden, in welchen Branchen die untersuchte Region besonders insolvenzgefährdet ist und welche Rechtsformen oder Umsatzklassen mit einer hohen Ausfallrate behaftet sind.
Datengrundlage für die vorliegende Analyse ist die Creditreform Wirtschaftsdatenbank mit über 3,9 Mio. Unternehmensdatensätzen. Durch eine stichtagsbezogene Selektion werden die Anzahl der Unternehmen sowie die Anzahl der ausgefallenen Firmen je Region ausgewiesen. Grundlage und Orientierungsgröße des Analyseverfahrens ist der Creditreform-Risiko-Indikator (CRI) in %, der die Ausfallwahrscheinlichkeit angibt. Das Vorliegen eines Ausfalls wird durch folgende Negativmerkmale angezeigt:
- Unternehmerisches Insolvenzverfahren
- Verbraucherinsolvenzverfahren von unternehmerisch tätigen Personen
- Sonstige Insolvenzverfahren
- Haftanordnung zur Abgabe der Eidesstattlichen Versicherung
- Abgabe der Eidesstattlichen Versicherung
Wer Kredite in Ostwestfalen-Lippe vergibt, kann - statistisch betrachtet - auch in diesem Jahr wieder am ruhigsten schlafen, wenn die gewerblichen Schuldner im Kreis Höxter zu Hause sind. Dem gegenüber ist bei Geschäften im Kreis Gütersloh und in Bielefeld aufgrund des CRI-Wertes von 2,38% entsprechend
mehr Vorsicht geboten. Parallele Tendenzen waren bereits in den Vorjahren und in der diesjährigen Creditreform-Analyse zur Überschuldung privater Haushalte per Jahresende 2009 erkennbar. Dass Zusammenhänge zwischen beiden Erhebungen bestehen, liegt auf der Hand.
Ostwestfalen-Lippe insgesamt stellt als Wirtschaftsraum ein mittleres Ausfallrisiko dar, das leicht besser als der Bundesdurchschnitt liegt. Bezogen auf den CRIWert des Bundeslandes Nordrhein-Westfalen hat OWL sogar fast eine Vorzeigerolle.
Für 2010 ist davon auszugehen, dass sich das Ausfallrisiko wieder leicht erhöht. Der Prognosewert für OWL liegt wieder über 2,3%, was einer Steigerung der Ausfälle auf rund 2.500 bedeutet. Gemessen an den für das erste Halbjahr 2010 vorliegenden Insolvenzzahlen würde OWL auch in diesem Jahr wieder leicht
besser abschneiden als der Bundestrend.
In OWL muss man wiederholt im Gastgewerbe mit dem höchsten Ausfallrisiko rechnen, welches in OWL die "Spitzenposition" mit der Branche Verkehr und Lagerei zurückgetauscht hat. Nicht nur in OWL sondern auch bundesweit muss erhöhten Ausfällen im Gastgewerbe gerechnet werden.
Bezogen auf die Rechtsformen gilt es bei den Gewerbebetrieben besondere Obacht zu geben. Hinzu kommt, dass hier auch oft relativ kleine Jahresumsätze produziert werden, denn gerade bei kleinen Umsätzen ist das Ausfallrisiko auch ganz allgemein höher.
Summiert man nun alle statistischen Negativergebnisse zusammen, ist für Kreditgeber die Branche der Gastgewerbetreibenden in Bielefeld mit einem Umsatz unter 500.000 Euro und in der Rechtsform Gewerbebetrieb geführt besonders riskant. Dennoch gilt hier wie so oft: Ausnahmen bestätigen die Regel!
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