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Bonitätsindex2.0: Der neue Qualitätsmaßstab für deutsche Wirtschaftsauskünfte

Gütersloh, 01.02.2011

Creditreform hat die Berechnungsmethode und die Informationsgrundlage für den Bonitätsindex, dem in Deutschland führenden Bewertungsinstrument für Kreditentscheidungen in der Unternehmenspraxis, weiterentwickelt. Das Ziel bestand in der weiteren Steigerung der Prognosegüte des Auskunftssystems zum Nutzen der Anwender in den Unternehmen und Kreditinstituten. "Der dabei entstandene Bonitätsindex2.0 hilft, potenziell ertragreiche und verlustreiche Geschäfte oder Geschäftspartner noch exakter unterscheiden zu können, als es bereits bisher möglich war. Eine punktgenaue Angabe zur Ausfallwahrscheinlichkeit des jeweiligen Unternehmens sorgt dabei für zusätzliche Orientierung", so Udo Roggenbuck, Prokurist von Creditreform Bielefeld.

Die Prognosefähigkeit des Auskunftssystems lässt sich mit einem einfachen Beispiel auf Basis der Daten für das Jahr 2010 quantifizieren. So hätte der Bonitätsindex2.0 fast 70 Prozent der Unternehmen, die im Jahresverlauf einen Insolvenzantrag stellten, bereits ein halbes Jahr vorher mit einer schwachen Bonität (Bonitätsindex2.0 300 oder schlechter) bewertet. Einen Monat vor der Insolvenz waren fast 94 Prozent der Insolvenzkandidaten mit einem schwachen Bonitätsindex2.0 versehen worden. Der Bonitätsindex2.0 wird ab Februar 2011 in die verschiedenen Produktformate der Firmenauskünfte von Creditreform integriert.

Die Einsatzmöglichkeiten für den Bonitätsindex2.0 - und damit für Wirtschaftsauskünfte insgesamt - sind vielfältig und erstrecken sich über verschiedene Phasen einer Kundenbeziehung. "In Marketing und Vertrieb helfen sie, bonitätsstarke Kundenpotenziale zu identifizieren. Bei neuen Geschäftsverbindungen tragen Informationen zu den aktuellen Stammdaten, zur Adresse oder den gesetzlichen Vertretern dazu bei, einen Geschäftspartner besser kennen zu lernen. Angaben zur Ausfallwahrscheinlichkeit und zum empfohlenen Kreditlimit ermöglichen die risikoadäquate Konditionierung der Zahlungsbedingungen. Im Geschäft mit Bestandskunden erfüllen Wirtschaftsauskünfte eine Frühwarnfunktion durch Monitoring, denn risikorelevante Veränderungen der Kunden- oder Lieferantenbonität werden automatisiert gemeldet. Und zu guter Letzt eignen sich die Informationen aus der Wirtschaftsauskunft auch zur Steuerung im Forderungsmanagement, indem Einzelmaßnahmen in Mahnwesen und Inkasso für jeden Schuldner individuell angepasst werden können", so Roggenbuck.

Veränderte Ausfallwahrscheinlichkeiten und erweiterte Datenbasis

Mit der Weiterentwicklung zum Bonitätsindex2.0 werden Veränderungen in der Struktur der deutschen Wirtschaft ebenso berücksichtigt wie Änderungen der Ausfallwahrscheinlichkeiten in einigen Branchen oder Rechtsformen. So ist die Ausfallwahrscheinlichkeit bei Gewerbebetrieben in den letzten Jahren stark angestiegen. Die Ausfallwahrscheinlichkeit bei der Gesellschaftsform GmbH & Co. KG ist hingegen gesunken. Die Ausfallwahrscheinlichkeit beschreibt dabei die Wahrscheinlichkeit, dass ein Unternehmen in Deutschland innerhalb von zwölf Monaten zahlungsunfähig wird. Es wandert in eine der beiden schlechtesten Bonitätsklassen des Creditreform Bonitätsindex2.0. Diese Definition entspricht den Ausfallkriterien gemäß Basel II.

Darüber hinaus hat sich die Datenbasis für die Berechnung des Bonitätsindex2.0 erheblich erweitert. Dazu Roggenbuck: "Inzwischen stehen Informationsquellen wie Jahresabschlüsse, Zahlungserfahrungen und Branchenkennzahlen in weitaus größerem Umfang für die Bewertung zur Verfügung." Für die Berechnung des Index wird darüber hinaus eine Vielzahl weiterer Informationen analysiert, auf denen die Bonität eines Unternehmens gründet. Dazu gehören Merkmale wie etwa Unternehmensentwicklung, Umsatz, Rechtsform, Auftragslage und Kapital. Alle öffentlich verfügbaren sowie exklusiv recherchierten Bonitätsinformationen zu Unternehmen werden von Creditreform in Datenbanken erfasst. Die Firmendatenbank ist mit fast vier Millionen Datensätzen über Unternehmen, Gewerbetreibende und Freiberufler die weltweit größte ihrer Art zu deutschen Unternehmen. In der Bilanzdatenbank stehen rund vier Millionen Jahresabschlüsse von mehr als einer Million Unternehmen für die Analyse zur Verfügung. Das Zahlungsverhalten der Unternehmen wird im Debitorenregister Deutschland erfasst, in dem fast 90 Millionen Zahlungserfahrungen vorliegen.

Bei der Ermittlung des Bonitätsindex2.0 werden alle bonitätsrelevanten Informationen im Rahmen einer qualitativen und quantitativen Analyse einzeln bewertet und zu einer Gesamtnote verdichtet. Die Gewichtung der einzelnen Informationen ist dabei unterschiedlich. Der Einsatz neuester statistischer Verfahren und Modelle bei der Berechnung sowie umfangreiche Qualitätsprüfungen garantieren die Genauigkeit der Bewertung. Der Bonitätsindex2.0 kann Werte zwischen 100 und 500 sowie den Wert 600 annehmen. Das entspricht dem Spektrum zwischen einer ausgezeichneten Bonität und der Zahlungseinstellung. Bei neugegründeten Unternehmen und beim Vorliegen unklarer Sachverhalte wird kein Bonitätsindex2.0 vergeben.



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