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Startseite News & Termine Creditreform Analysen Regionale Analysen (OWL) Überschuldete Privathaushalte in OWL am 31.12.2007 Überschuldete Privathaushalte in OWL am 31.12.2006

Überschuldete Privathaushalte in OWL am 31.12.2006

Hoffnungsschimmer trotz neuer Höchstwerte

Wie in ganz Deutschland sind auch in OWL im Jahr 2006 wieder neue Höchstwerte bei Verbraucherinsolvenzen gemeldet worden. Doch inzwischen kann man aus der Abschwächung der neu eingetragenen Negativmerkmale auch eine Abschwächung des Negativtrends erkennen. Insbesondere wegen der verbesserten Situation am Arbeitsmarkt wird diese Hoffnung genährt.

Überschuldete Privatpersonen in Relation zur Einwohnerzahl

 

 

Anzahl

Quote

Kreis

Einwohner 2006

überschuldete

überschuldeter

 

 

Privatpersonen

Privatpersonen

 

 

2005

2006

2005

2006

Gütersloh

353.000

8.895

9.318

2,5%

2,6%

Herford

254.000

8.883

9.078

3,5%

3,6%

Höxter

153.000

4.094

4.232

2,7%

2,8%

Lippe

360.000

11.684

11.993

3,2%

3,3%

Minden-Lübb.

321.000

10.974

11.173

3,4%

3,5%

Paderborn

299.000

8.095

8.342

2,7%

2,8%

Stadt Bielefeld

327.000

12.483

12.992

3,8%

4,0%

Summe OWL

2.067.000

65.108

67.128

3,1%

3,2%

Die für OWL vorliegenden Zahlen spiegeln allerdings noch den erwarteten Negativtrend wieder. Ohne Ausnahme ist in allen Regionen die Zahl der überschuldeten Privatpersonen gestiegen. Dabei liegen die Werte für Bielefeld an der Spitze - nicht zuletzt wegen der höchsten Arbeitslosenquote.

Aber die OWL Kreise haben in negativer Hinsicht aufgeholt. Einige Zuwachsraten waren gerade in den bisher recht positiv gestellten Kreisen höher als in Bielefeld. Das Thema Überschuldung hat sich also zu einem flächendeckenden Problem ausgeweitet und ist nicht nur auf Großstädte und einzelne strukturschwache Regionen beschränkt.

Auch wenn die positive Konjunktur- und Arbeitsmarktentwicklung grundsätzlich Anlass zur Hoffnung gibt, so muss der Altersstruktur der Schuldner Beachtung geschenkt werden. Die über 50jährigen haben am Arbeitsmarkt weniger Chancen als junge Leute. Wie sollen die älteren Schuldner jemals ihre Schulden abtragen können, wenn eine Anstellung mehr als unwahrscheinlich ist?

Negativmerkmale am 31.12.2006 (31.12.2005 in Klammern)

Kreis

Haftanordnung

eidesstattliche

Private

Gesamt

Veränd.

 

 

Versicherung

Insolvenz

 

 

Gütersloh

4.863 (4.569)

10.439 (10.036)

977 (760)

16.279 (15.365)

+5,9%

Herford

4.946 (4.704)

8.916 (9.033)

1.007 (756)

14.869 (14.493)

+2,6%

Höxter

2.235 (2.240)

4.450 (4.418)

283 (195)

6.968 (6.853)

+1,7%

Lippe

6.072 (5.891)

11.940 (11.340)

1.119 (814)

19.131 (18.045)

+6,0%

Minden-Lübb.

7.153 (7.351)

9.746 (9.596)

1.071 (786)

17.970 (17.733)

+1,4%

Paderborn

5.267 (5.179)

9.139 (9.199)

533 (378)

14.939 (14.756)

+1,2%

Bielefeld

7.619 (7.443)

13.704 (13.715)

1.368 (991)

22.691 (22.149)

+2,4%

Summe OWL

38.155 (37.377)

68.334 (67.337)

6.358 (4.680)

112.847 (109.394)

+3,2%

Veränd. OWL

+2,1%

+1,5%

+35,9%

+3,2%

 

Die festgestellten Probleme durch schleppende Zahlungsweisen sind inzwischen weitgehend erkannt, stellen aber dennoch weiterhin eine ernst zu nehmende Gefahr dar. Daher sollte jeder Wirtschaftsteilnehmer konsequent gegen Zahlungsverzug vorgehen oder möglichst vorbeugen. Auch kleinere Zahlungsversäumnisse dürfen nicht als Kavaliersdelikt abgetan werden.

Neben der Politik, die bereits eine neuerliche Reform des Verfahrens von Verbraucherinsolvenzen diskutiert, ist jede Privatperson gefordert, an der Umkehr der Negativspirale mitzuwirken. Und wenn dann noch die positive konjunkturelle Entwicklung fortgeführt wird, sollte im laufenden Jahr 2007 zumindest der Zuwachs bei den überschuldeten Privatpersonen abnehmen.

Creditreform empfiehlt

Creditreform plädiert seit Jahren für eine Bekämpfung schlechter werdenden Zahlungsmoral bzw. für die Einschränkung von unangemessenem Konsum.
Wir heben hierzu folgende Aspekte besonders heraus:

  • Herausbildung eines "gesunden" Konsumverhaltens bei jüngeren Generationen durch die jeweiligen Bildungsinstitutionen
  • sorgfältigerer Umgang mit elektronischen Zahlungsmitteln bei den Unternehmen - vor Forderungausfällen schützen
  • die Arbeitsmarktprobleme beinhalten eine große volkswirtschaftliche Brisanz bei längerfristigen Vertrags- und Ratenzahlungsverhältnissen

Es gilt: für volkswirtschaftliche Konsumstabilität bedarf es eines guten und stabilen Arbeitsmarktes bei der Majorität der erwerbsfähigen Bevölkerung!

 


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Studie "Überschuldete Privathaushalte 06"
(PDF, 85 KB)
 
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